Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

 

 

Freitagspredigt

12. Juli 2013

 

Thema:

Die Vorzüge des Fastenden

Gehalten von:

Sheikh El Morabit, Abdessalam

aus Marokko, Nador.

Zur Übersetzung:

Es erfolgt eine deutschsprachige Übersetzung. Es wird in einer sinngemäßen Übersetzung versucht, ein Gesamtüberblick der Freitagspredigt zu vermitteln und darzustellen. Es werden nicht alle Aspekte der Freitagspredigt erwähnt, jedoch sind die wesentlichsten Inhalte/Aussagen enthalten.

 

 

 

 

Die Vorzüge des Fastenden

 

 

Es ist ein Gast zu uns gekommen. Er gibt uns die Möglichkeit, uns von unseren Sünden zu reinigen. Er gibt uns die Möglichkeit gottesfürchtiger zu werden. Er gibt uns die Möglichkeit enthaltsam zu sein, um uns über unser vergangenes Jahr Gedanken zu machen. Dieser bringt, viel Gutes mit sich. Dieser Gast nennt sich „RAMADAN“.

In Sura Al-Baaqara, Vers 183 steht, in sinngemäßer Übersetzung, geschrieben:

 

>>O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget<<

 

Mein Liebe Bruder, meine Liebe Schwester, das Fasten wurde uns also vorgeschrieben, um gottesfürchtiger zu werden.

 

Abgesehen davon, dass uns das Fasten (im Monat Ramadan) die Gunst erweist und die Chance gibt, gottesfürchtiger zu werden beinhaltet das Fasten noch weitere Weisheiten. Wie beispielsweise:

 

-          das erlangen von Geduld,

-          die Barmherzigkeit gegenüber anderer Menschen (sei es Moslem oder Nicht-Moslem),

-          das Verrichten von guten Taten,

-          und dem Spenden.

 

Das Fast ist eine Schule, eine Schule von Allah. Sie wird von uns Gläubigen (Muemenin) betreten, um unserer Glauben (Iman) zu stärken.

Der Ramadan ist eine Chance für jeden Diener Allahs, um sich von seinen Sünden zu befreien. Um sich von den Sünden zu befreien und zu reinigen, nach denen sich das Herz sehnt, die unsere Herzen erobert haben und von denen wir nur schwer wegkommen. Der Monat Ramadan ist ein Monat, in dem wir die Sünde unterlassen müssen, um uns von dieser Sünde fernzuhalten. Der Monat Ramadan, soll aus uns bessere Menschen machen…

Für unsere Taten, die wir im Ramadan begehen, werden wir nur von Allah belohnt. So sagt der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm:

 

>>Wer den Monat Ramadan mit Glauben und Hoffnung (auf Lohn) fastet, dem werden die vergangenen Sünden vergeben<<

 

An dieser Stelle, sollten wir uns alle aufrichtig die Frage stellen: Haben wir es nicht nötig, dass uns Allah unsere letzten Sünden und Missetaten vergibt? Blicken wir einmal auf das letzte Jahr zurück. Vom letzten Ramadan, bis zum jetzigen. Wie viele Sünden haben wir allein schon in diesem Jahr begangen, mein Lieber Bruder und meine Liebe Schwester?

 

Imam Baihaqi überlieferte, dass Jabir berichtete, dass der Gesandte Allahs Mohammed, Allahs Segen und Friede auf ihm sagte:

 

>>Meiner Gemeinde (Umma) wurden fünf Dinge gegeben, die keiner Gemeinde (Umma) zuvor gegeben wurden.

1.       Wenn die erste Nacht des Monats Ramadan eingetroffen ist, schaut Allah zu seinen Dienern herab. Und wenn Allah jemanden anschaut, den wird er nie bestrafen.

2.       Der Mundgeruch des Fastenden ist bei Allah besser als der Geruch von Misk.

3.       Die Engel vergeben de Fastenden bei Tag und bei Nacht

4.       Allah wird zum Paradies sprechen und sagen: Bereite dich vor und schmücke dich für meine Diener, denn sicherlich werden sie sich von den Anstrengungen des Diesseits ausruhen wollen.

5.       Wenn dann die letzte Nacht des Monats Ramadan eingetroffen ist, vergibt Allah seinen Dienern.

Da fragte ein Mann (den Propheten Mohammed, Allah Segen und Friede auf ihm), ob es sie bei dieser Nacht um die Nacht der Bestimmung („Laylatu Al-Qader“) handelt. Da antwortete der Prophet Mohammed, Allah Segen und Friede auf ihm, in dem er sagte: „Siehst du denn nicht, wenn die Arbeiter ihre Arbeit verrichten, dass diese am Ende ihren Lohn kriehgen“.<<

 

Das Fasten ist ein Gottesdienst, das wir für Allah verrichten und welches unsere Verbindung noch stärker aufbaut und aufbauen soll. Das Fasten lässt uns die Gottesfurcht spüren, an die Barmherzigkeit Allahs nicht verzweifeln und an das Paradies glauben.

In einem heiligen Hadith (Hadith Qudusi) steht in ungefährer Übersetzung geschrieben:

 

>> Jede Tat ist für den Diener, außer dem Fasten, diese Tat ist meine und ich belohne die Tat. <<

 

Das Fasten und der Koran werden am Tag des Jüngsten Gerichts eine Fürsprache sein. Lasst uns in diesem Monat Ramadan, den Kontakt zum Buche Allahs (dem Koran) wieder aufbauen und pflegen, denn der Koran wird eine Fürsprache für uns sein.

 

In einem weiteren Hadith steht sinngemäß übersetzt:

 

>> Es gibt viele Fastenden, die vom Fasten nicht haben (keinen Nutzen),

außer Hunger und Durst. <<

 

Wollen wir das? Wollen wir die Schule „Ramadan“ so verlassen, wie wir sie betreten haben? Wollen wir in dieser Schule nichts mitnehmen, außer dass wir ein Monat lang gehungert haben?

Wollen wir nicht, dass sich etwas in unserem Herzen verändert? Wollen wir nicht endlich mal spüren, dass wir ein Herz haben, das lebt? Ein Herz das vor Furcht vor Allah anfängt zu beben? Ein Herz welches unsere Tränen wieder zum fließen bringt?

Der Monat Ramadan ist gekommen, um unsere Herzen wieder zu beleben! Der Monat Ramadan ist gekommen, um das Eis in unserem Herzen zu brechen! Der Monat Ramadan ist gekommen, um Licht in unsere dunklen Herzen bringen!

 

In einem heiligen Hadith (Hadith Qudusi) des Propheten Mohammed, Allahs Segen und Friede auf ihm, steht in ungefährer Übersetzung:

 

>> Das Fasten ist eine Zurückhaltung: Wenn jemand von euch fastet, soll er nicht schimpfen, nicht zornig werden und auch nicht beleidigend. Und wenn dies jemandem wiederfährt, soll er sagen:

„ICH FASTE“.<<

 

Und das ist das wahre Fasten. Allah verlangt nicht von uns, dass wir das Essen und Trinken meiden, Fluchen und unsere Blicke nicht senken. Allah will aus uns bessere Menschen machen und hat uns die Schule „Ramadan“ geschickt. Diese Schule soll unsere Gottesfurcht wecken und aus uns bessere Menschen machen.

 

Möge uns Allah von denjenigen machen, die er in diesem gesegneten Monat von dem Höllenfeuer befreit. Möge uns Allah gottesfürchtiger machen und unsere Sünden vergeben.

 

Asalamo-Alaykum

 

 

 

 

 

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

 

 

Freitagspredigt


19. Juli 2013

 

Thema:

Ramadan: Eine Chance, um gute Taten zu verrichten und schlechte Taten zu unterlassen.

Gehalten von:

Sheikh El Morabit, Abdessalam

aus Marokko, Nador.

Gehalten am:

19. Juli 2013

Zur Übersetzung:

Es erfolgt eine deutschsprachige Übersetzung. Es wird in einer sinngemäßen Übersetzung versucht, ein Gesamtüberblick der Freitagspredigt zu vermitteln und darzustellen. Es werden nicht alle Aspekte der Freitagspredigt erwähnt, jedoch sind die wesentlichsten Inhalte/Aussagen enthalten.

 

 

 

 

Ramadan:

Eine Chance, um gute Taten zu verrichten und schlechte Taten zu unterlassen.

 

Ausgehend von der Sura Ale-Imran (Sura Nr. 3), Vers 133/134 steht sinngemäß übersetzt:

 

>>Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen Paradiesgarten, dessen Breite wie die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet, die in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm/Zorn zurückhalten und den Menschen verzeihen. Und Allah liebt die Gutes Tuenden. <<

 

In diesen beiden Versen steckt ein Aufruf/eine Aufforderung von Allah, der uns auffordert, dass wir uns beeilen sollen, gute Taten zu verrichten, damit er unsere Sünden vergibt und uns ins Paradiesgarten eintreten lässt.

 

Allah fordert uns noch in weiteren Versen dazu auf, gute Taten zu verrichten. Denn wie wir mittlerweile wissen, liebt Allah die Gutes Tuenden. So steht in Sura Al-Hadid (Sura Nr. 57) Vers 21:

 

>> Wetteilt zu Vergebung von eurem Herrn und zu einem Paradiesgarten, dessen Breite wie die Breite der Himmel und der Erde ist, bereitet für diejenigen, die an Allah und seine Gesandten glauben. Das ist Allahs Huld, die Er gewährt, wem er will. Und Allah besitzt große Huld. <<

 

Des Weiteren steht in Sura Al-Baqara (Sura Nr.2) Vers 148:

 

>> Jeder hat eine Zielrichtung, zu der er sich hinwendet. So wetteifert nach den guten Dingen. Wo immer ihr auch sein werdet, Allah wird auch alle herbeibringen. Allah hat zu allem die Macht. <<

 

Mein lieber Bruder, meine liebe Schwester. Ramadan ist die Gelegenheit, um diesen Befehlen Allahs zu folgen. Ramadan ist eine Chance, um gute Taten zu verrichten und schlechte zu unterlassen. Ramadan ist die Gelegenheit, um uns von den vielen Sünden zu befreien und Allah um Vergebung zu bitten.

 

In einem heuligen Hadith (Hadith Qudusi) steht sinngemäß übersetzt:

 

>> Mein Diener nähert sich Mir nicht mit etwas, das Ich mehr liebe als das, was Ich ihm als Pflicht auferlegte. <<

 

Lasst uns nicht von denjenigen sein, die die Pflichten Allahs vernachlässigen.

Wir können nicht freiwillige Gottesdienste verrichten und dabei Gottesdienste vernachlässigen, die uns als Pflicht auferlegt wurden.

Wir können nicht das freiwillige Nachtgebet verrichten (Taraweeh-Gebet) und dabei das Fajr-Gebet vernachlässigen und erst verrichten, wenn die Sonne aufgegangen ist. Über diese Angelegenheit müssen wir uns im Klaren sein.

 

Lasst und den Anfang dieser Predigt wieder aufgreifen, Sura Ale-Imran (Sura Nr.3) Vers 134.

 

>>... die in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm/Zorn zurückhalten und den Menschen verzeihen. <<

 

Die erste Eigenschaft dieses Verses beinhaltet das Spenden, indem Allah sagt: „… die in Freude und Leid ausgeben…“

Die Spende muss von jedem von uns verrichtet werden. Sei es jemand, der wohlhabend ist oder weniger wohlhabend. Sei es jemand, der sich in Freud oder Leid befindet. Auch wenn es sich nur um eine Kleinigkeit handelt, die gespendet wird, Allah verlangt von uns, dass wir spenden. Auch wenn es sich bei der Spende nur um einen halben Euro handelt oder auch nur um ein Cent. Wir sollten uns selbst gegenüber nicht Ungerecht sein, indem wir die Spende komplett unterlassen und behaupten, dass ein Euro zur Spende nicht reicht.

In einem Hadith sagt der Gesandte Allahs, sinngemäß übersetzt:

 

>> Fürchtet das Höllenfeuer, auch wenn nur mit einer halben Dattel. <<

 

Lieber Bruder, lieber Schwester: Wir müssen spenden, damit uns Allah davor bewahrt geizig zu werden.

 

Die zweite Eigenschaft dieses Verses beinhaltet. „…und ihren Grimm/Zorn zurückhalten…“

Dazu sagt der Gesandte Allahs in einem Hadith:

 

>> Der Starke ist nicht derjenige, der seinen Zorn zum Vorschein bringt/zum Ausbruch kommen lässt, vielmehr ist derjenige der Starke, der seinen Zorn unter Kontrolle hält ...<<

 

In einem weiteren Hadith steht:
Von Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm:

 

>>Ein Mann sagte zu dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm: „Rate mir!“

Er sagte: „Zürne nicht!“

Er wiederholte (seine Bitte) mehrmals, und er sagte (nur): „Zürne nicht!“ <<

 

Das bedeutet, dass man seinen Zorn nicht zum Ausbruch kommen lassen soll. Der Zorn an sich dagegen ist nicht verboten, da er zur menschlichen Natur gehört, und der Mensch sich seiner nicht entledigen kann.

 

Die dritte Eigenschaft des Verses beinhaltet, „…und den Menschen zu verzeihen…“

Dazu steht in einem Hadith, sinngemäß übersetzt.

 

>> Die Menschen, die verzeihen, jene wird Allah ins Paradies eingehen lassen. <<

 

In einer Geschichte über Ali-Ibn-Houssain steht (in ungefährer Übersetzung):

Er (Ali) hatte eine Dienerin. Diese kippte mit einem Kessel Wasser über die Hand von Ali, plötzlich fiel der Kessel aus ihrer Hand und traf Ali.

Er hob seinen Kopf hoch und die Dienerin sagte: „…die ihren Grimm/Zorn zurückhalten…“. Er antwortete: „Ich habe meinen Grimm/Zorn zurückgehalten“. Sie sagte (noch): „…und den Menschen verzeihen…“. Daraufhin antwortete er: „Ich habe dir verziehen“. Abschließend sagte sie noch: „…und Allah liebt die Gutes Tuenden“. Und er antwortete drauf: „Geh, du bist in Freiheit…“.

 

Gepriesen sei Allah. Schaut euch einmal, diesen Charakter an. Was für ein Verhalten von Ali. Vergleichen wir unser Verhalten, mit dem Verhalten von Ali, da erkennen wir, dass sich Welten dazwischen befinden.

Heutzutage regen wir uns auf und lassen unserer Wut (bei uns zu Hause) freien Lauf, lassen unsere schlechte Laune an unseren Eltern/unseren Ehepartnern raus und versuchen unser Verhalten damit zu begründen, dass wir am fasten sind.

Aber der Ramadan ist gekommen, um unser Verhalten zu verbessern. Ramadan ist gekommen, damit wir anfangen unseren Mitmenschen zu verzeihen. Ramadan ist gekommen, damit wir anfangen, besser mit unseren Mitmenschen umzugehen (sei es ein Moslem oder Nicht-Moslem). Ramadan ist gekommen, damit wir lernen unseren Zorn unter Kontrolle zu halten.

Ramadan ist die Chance, damit uns Allah unsere Sünden vergibt.

Abschließend noch Vers 134/135 aus Sura Ali-Emran (Sura Nr.3)…

 

>> die in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm/Zorn zurückhalten und den Menschen verzeihen. Und Allah liebt die Gutes Tuenden und diejenigen, die, wenn sie eine Abscheulichkeit begangen oder sich selbst Unrecht zugefügt haben, Allahs gedenken und dann für ihre Sünden um Vergebung bitten- und wer sollte die Sünden vergeben außer Allah? <<

 

 

 

Möge uns Allah von denjenigen gehören lassen, denen er im zweiten Drittel des Monats Ramadan die Sünden vergibt und dass wir nach dem Monat Ramadan zu den gottesfürchtigen gehören.

 

Asalamo-Alaykum